Wenn ich morgens aus dem Fenster schaue, werde ich von einem Ausblick begrüßt, der mich immer wieder aufs Neue fasziniert. Schon seit einem Jahr wache ich jeden Morgen hier auf dem Deike Hof auf und der Himmel hat noch nicht ein einziges Mal gleich ausgesehen. Das ist einer der vielen Gründe, warum ich das Landleben so liebe. Das Jahr verging wie im Fluge und irgendwie wird es nie langweilig. Es ist seltsam, aber ich fühle mich in gewisser Weise viel mehr als Weltenbummlerin, wenn ich in Gummistiefeln und ungekämmten Haaren in den Hühnerstall gehe, als wenn ich mir die Luft von Hamburg oder New York um die Nase wehen lasse. 


Meine Träume handelten davon, die Karriereleiter aufzusteigen,  geharkten Kieswegen und gepflegten Vorgärten. Doch dann kam ein Zufall zum anderen und unser neues Leben entwickelte sich auf einmal rasend schnell weiter. Alles ging irgendwie Schlag auf Schlag, doch auf eine sehr natürliche Art und Weise. Und auf einmal wachten wir auf, sahen uns um und stellten fest, dass wir stolze Besitzer eines Bauernhofes sind. Unser 300 Jahre altes Reetdachhaus befindet sich in Mitten der Natur und ist daher ein wahres Mäuseparadies. Da waren wir praktisch gezwungen, uns Katzen anzuschaffen. Und wir lieben sie inzwischen heiß und innig. Hinzu kamen Enten, 25 Hühner und 2 Hähne. 

Meine Träume haben sich geändert, sie handeln nun mehr vom Kühe melken, Eier aus den Hühnernestern sammeln und davon so weit wie möglich Selbstversorger zu sein. Kann ich das überhaupt? Traue ich mich das? Bin ich jetzt Möchtegernbäuerin und Traumverwirklicherin? Hinzu kamen ein eigener Obst- und Gemüsegarten- und auf einmal wurde mir klar: Jetzt bin ich dem Traum von der Bäuerin doch ziemlich nahe gekommen. Kurz und gut: Ich bin endlich zu Hause!